Bericht 2015  

Berlin, im April 2015

Liebe Paten, Unterstützerinnen und Unterstützer, Freundinnen und Freunde des Kinderprojekts Martmany in Lima,

ich möchte hier viele Grüße von den Kindern, Mitarbeiterinnen und Müttern bei Martmany in Lima bestellen. Ich habe fast vier Wochen mit ihnen verlebt.

Eine Zahnpflegeassistentin kam und hielt einen sehr interessanten und gut verständlichen Vortrag für die Mütter. Die Anwesenden bekamen von mir auch Interdentalbürstchen und Zahnseide Proben geschenkt, die ich aus Berlin mitgebracht und vorher abgepackt hatte. Es ist geplant, dass es auch einen Vortrag für die Kinder gibt. Zum Schluss freuten sich die anwesenden Frauen über eine Tombola mit Preisen aus Berlin.

 

Das Haus von Martmany,
im Vordergrund Stromkabel 

Auch zu einem anderen Treffen mit der Sozialarbeiterin, der Psychologin und mir kamen viele Mütter.

Bei meiner Ankunft in Lima endete der Ferienkurs gerade, in dem viel gebastelt worden war, es gab auch Vorträge, Tanz, Schwimmunterricht und gemeinsame Spiele. Der Schwimmunterricht war von den Eltern der Herz Jesu Schule bezahlt worden.
Wann immer einige Kinder und ich gemeinsam Zeit hatten, übte ich etwas Englisch mit ihnen, was vielen gut gefiel. Es war ein freiwilliges Angebot und machte darum richtig Spaß. Die Lehrerinnen waren erstaunt, wie viele Grundschüler kommen wollten, ich musste aus einem Kurs zwei machen.

In den letzten Tagen vor Schuljahresbeginn packten die Lehrerinnen die Tüten mit den Schulsachen für die Kinder. Jedes Kind, das schon ein Jahr dabei ist, bekommt Hefte und Stifte usw. Das ist eine große Hilfe für die Eltern, die bei Schuljahresbeginn viele Ausgaben haben.

Ein schönes Erlebnis war der Tagesausflug in einen Club, wo man schwimmen und spielen konnte. Die Kinder und Mütter haben es sehr genossen. Martmany musste drei Busse mieten, weil so viele von uns mitfahren wollten. Auch einige erwachsene Ex-Schüler kamen mit ihren Familien. Ich fand die früheren Clubs, in denen wir waren, schöner, aber wegen der Wetterbedingungen mit vielen Regenfällen und Erdrutschen außerhalb von Lima blieb uns nicht viel Auswahl. Zu den alten Orten durften wir nicht fahren, es war zu gefährlich.

Die Kinder bei Martmany bringen oft ganz viele Hausaufgaben mit, daher bleibt wenig Zeit zum Spielen. Die Aufgaben bestehen leider häufig im Abschreiben von Texten aus Schulbüchern. Das Denken wird dabei nicht gefördert. In der PISA-Studie liegt Peru auf dem letzten Platz. Auch Englisch kann nur unterrichtet werden, wenn die Hausaufgaben beendet sind. Sehr wichtig für die Kinder ist der Mathematiklehrer, der mehrmals pro Woche kommt. Es gäbe so viel zu tun, aber die Zeit reicht nicht. Wichtig sind auch Gespräche in den Gruppen, bei den Oberschülern versuchen die Psychologin und die Sozialarbeiterin, während der Essenspause mit den Jugendlichen zu reden. In vielen Familien gibt es zu Hause kaum Kommunikation.
Ein noch nicht erfüllter Traum ist es, das Interesse der Väter zu wecken. Beim Rathaus gibt es sogar einen Psychologen, der Kurse für gewalttätige Väter anbietet. Bei einigen Familien bei Martmany gibt es viel verbale Gewalt. Leider zeigten die entsprechenden Männer keinerlei Interesse zu kommen. Daher denken wir über ein System von kleinen „Belohnungen“ nach, um sie zum Kommen zu motivieren, damit es überhaupt eine Chance auf Kommunikation mit ihnen gibt.

Die Mitarbeiterinnen geben sich große Mühe, auch mit den Eltern zu arbeiten, um die Kinder gemeinsam besser unterstützen zu können. Es ist nicht leicht.

 

Mit Müttern nach dem Tanzen

Nach einem Tanzkurs in den Ferien wollten mehrere Mütter nun etwas für sich tun und jede Woche gemeinsam sportlich tanzen. (Die meisten Mütter und auch einige Kinder sind übergewichtig.) Momentan kommt der Tanzlehrer dreimal pro Woche, einmal sind auch die Kinder dabei. Martmany bezahlt pro Woche etwa 8 €, die Mütter bezahlen 12 €. Nach dem Tanzen sind die Frauen erschöpft und entspannt.

Für die Kinder haben wir ein neues Trampolin gekauft. Der kleine „Spielplatz“ im Erdgeschoss mit Trampolin, Rutsche, Mini-Karussell, Schaukel, Tischtennisplatte und zwei Kickern erfreut sich größter Beliebtheit. Noch einmal ein großer Dank an die Kinder und Eltern der Herz Jesu Schule, die alle diese Geräte gespendet haben und auch den Dachspielplatz für Ballspiele, Tanz und Feiern durch wiederholte Spenden vor Weihnachten ermöglichten.

Mein Treffen mit Bryan, einem Ex-Schüler, der mir von seinem Jahr in der Krebsklinik berichtete, hat mich sehr erschüttert. Er hat natürlich große Angst vor einem Rückfall, findet leider auch keine Arbeit, bei der er eine Krankenversicherung hätte. Ich würde ihm so gerne helfen können….

Ich besuchte auch Jugendliche zu Hause, die von uns Hilfe für ihre Ausbildung bekommen sollen, weil die Familien nicht genügend Geld haben. Für die Finanzierung hoffe ich noch auf Spenden aus Deutschland.

In meinem letzten Brief schrieb ich noch, dass die Finanzierung gesichert sei. Leider hat Martmany in der Zwischenzeit mehrere Paten und Spender verloren. Außerdem ist der Kurs des Euros stark gefallen. Nun habe ich schon wieder Sorgen, wie es weitergehen soll.

Ich will versuchen, möglichst viel Kontakt mit den Mitarbeiterinnen bei Martmany in Lima zu haben. Wir können die Kinder nur gemeinsam unterstützen. Dabei lerne auch ich immer dazu, --- nicht nur die Sprache.

Vielen Dank für die Hilfe von vielen Menschen aus der Gemeinde Heilig Geist, die ein Patenkind unterstützen, Geld für Martmany spenden oder beim Gemeindefrühstück meine Sachen aus Peru kaufen.

Susanne Stiegert-Krumhauer



Spendenkonto bei der Commerzbank
IBAN:DE64 1008 0000 0408 7409 01
Kontoinhaberin: Susanne Stiegert-Krumhauer
(Spendenbescheinigung möglich)


Gruppenbild nach dem Schwimmkurs
Im Ferienkurs gebastelte Blumen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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