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Susanne Stiegert-Krumhauer
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Susanne Stiegert-Krumhauer
Commerzbank, IBAN: DE28 1008 0000 0408 7409 01
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Unterkonto der Gemeinde Heilig Geist für Martmany
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Martmany  

Susanne Stiegert-Krumhauer                  März 2016                                                      

Martmany -------------------- Wie alles begann............

Das Wort „Martmany“ ist ein Kunstwort, es besteht aus den Teilen „Mart“ für Martin, „man“ für Manuel und dem spanischen Wort „y“ ,welches

Es begann in einer Garage
„und“ bedeutet. Es stellt eine gedankliche Verbindung zwischen meinen Söhnen Martin und Manuel und den Kindern in Lima dar, die durch die Institution Martmany (AMI) unterstützt werden.

 

 

Vielleicht war der eigentliche Grundstein für die Entstehung von Martmany die Geburt unseres  mehrfach behinderten Sohnes Martin 1979. Das gesamte Leben veränderte sich! Wir adoptierten Manuel aus Paraguay und hatten praktisch zwei Babys, da Martin sich nicht normal entwickeln konnte.

Als die Kinder vier und fünf Jahre alt waren, kam 1984 unser erstes Aupairmädchen, Vicky aus Peru, in die Familie. Zwischen ihr und mir entstand eine enge Freundschaft.

Anfangs half ich ihrer Familie, später wollte ich mehr tun. Die ersten kleinen Schritte waren 1989 ein Kinderclub und die Möblierung eines Comedors, einer Gemeinschaftsküche für arme Familien. Das Geld wurde auf einem Schulfest der Herz-Jesu-Schule verdient. 

Bei einer Reise 1991 nach Lima lernte ich arbeitslose Sozialarbeiterinnen kennen. Wir gründeten „Martmany“, um in der Garage des Hauses von Vikis Eltern einer kleinen Gruppe von Kindern bei den Schularbeiten zu helfen. Zwei Frauen arbeiteten stundenweise im

Nach der Garage folgte ein kleines Haus
Projekt, ich finanzierte die Gehälter durch Verkauf von peruanischem Kunsthandwerk in der Gemeinde, durch Lotterien auf dem Reichsstraßenfest und in der Herz-Jesu-Schule. Manchmal erhielt ich auch Spenden aus meiner Familie oder von Freunden. Vikis Mutter Juana verwaltete das Geld.

 

Immer mehr Kinder wollten kommen, aber es gab einfach keinen Platz.

Es ergab sich 1995 die Möglichkeit, ein baufälliges Haus gegenüber von Juanas Haus zu erwerben. Jetzt hatten wir zwar mehr Platz für die Kinder, es fehlte jedoch das  Geld für die Gehälter. Es war für den Hauskauf ausgegeben worden.

Außerdem war mir klar, dass ich ein wachsendes Projekt nicht mehr alleine finanzieren konnte. Die Idee der Patenschaften wurde geboren. Ein deutscher Pate unterstützte den Platz eines Kindes mit 20 DM im Monat. Er konnte mit seinem Patenkind Kontakt aufnehmen, Fotos und kleine Geschenke schicken....

Anfangs gab es nur einige Paten aus Schule und Gemeinde, dann erschien ein Artikel im Tagesspiegel, der neben neuen Kontakten auch zwei Artikel in Frauenzeitschriften nach sich zog. Die Zahl der Paten wuchs, die Anzahl der neuen Kinder stieg  allerdings schneller.

Heute sieht das Haus von Martmany so aus

 

Das kleine Haus (ca. 140 Quadratmeter) war sehr baufällig, feucht und überhaupt nicht erdbebensicher, das Dach bestand aus Balken, Brettern, Dachpappe usw.

Ab Dezember 97 wurde praktisch ein neues Haus errichtet und im Juli 99 eingeweiht. Es gibt einen großen Raum für den Unterricht, je eine Toilette mit Dusche für Jungen und Mädchen und eine Küche mit Vorratsraum sowie zwei kleine Räume. 

Im  Jahr 2001 wurde durch eine großzügige Spende von Professor Dr. Büchsel aus Berlin ein  Obergeschoss gebaut. Es gibt ein Büro, 5 kleine Räume und 2 Toiletten mit Duschen.

Auf dem Dach standen einige Spielgeräte, die trotz des maroden Zustandes begeistert genutzt wurden.

Martmany wuchs weiter in die Höhe, das zweite Obergeschoss besteht aus einem großen Raum, zwei Toiletten, zwei kleinen Zimmern und einem Zimmer mit eingebautem Duschbad. In einem der Räume hatte die junge Zahnärztin ihren Behandlungsraum, im anderen Zimmer gibt es seit Mai 2010 Unterricht an 2 Computern. Im hinteren Zimmer mit Bad kann ein Gast wohnen, z.B. eine deutsche Praktikantin.

Die Kinder der Herz Jesu Schule und ihre Familien finanzierten in zwei Adventsspendenaktionen unseren Dachspielplatz und die Kicker und die Tischtennisplatte. Nach dem Lernen können die Schüler dann spielen und gemeinsam Spaß haben. 

Stand März 2016:

Mitarbeiter: Gremium von 3 Leitungskräften für Organisation, Auszahlung der Gehälter, Buchführung, Unterricht, Koordination und Kontakt nach Deutschland, 1 Psychologin, 1 Sozialarbeiterin, 2 Lehrerinnen, 1 Student  und  eine Frau, die das Haus putzt, bewacht und dort lebt.

Alle Mitarbeiter arbeiten Teilzeit. Es sind etwa 60 bis 80 Kinder eingeschrieben. Sie bekommen in verschiedenen Gruppen am Vor- oder Nachmittag Förderunterricht und Schularbeitshilfe. Das Alter der jungen Besucher liegt zwischen  3 und 16 Jahren.

Viele unserer „ältesten Kinder“ haben die Oberschule beendet. Eine Berufsausbildung können ihre Eltern meist nicht finanzieren. Manche Jugendliche erhalten mit Hilfe ihrer Paten ein Teilstipendium für ihre Ausbildung.

Häuser ziehen sich die Berghänge hoch

 

Da die Kosten gestiegen sind, wird jetzt ein Patenschaftsbeitrag von 15 – 20 € erbeten.

Mehrmals gab es bei Martmany Besuch aus Deutschland, auch schon von Eltern der Herz Jesu Schule. Viermal machten junge Menschen ein Praktikum dort und unterrichteten Englisch.

Zusammenfassung: Es gibt eine Mutter-Kind-Gruppe für Kleinkinder, Förderung für Schulkinder, Hausaufgabenhilfe, Englisch- und Computergrundlagen, Mathenachhilfe, eine kleine Mahlzeit, gemeinsame Spiele und Ausflüge, Geburtstagsfeiern, eine Weihnachtsfeier mit Geschenken und Essen, Vorträge für die Mütter, Teilstipendien für die Ausbildung von Jugendlichen, Unterstützung bei Krankheit, meist durch Darlehen. Wir haben Kontakte zur katholischen Kirchengemeinde Espiritu Santo (Heilig Geist). Der peruanische Pfarrer Padre Edgar und die irische Ordensfrau Madre Mary der Gemeinde sind manchmal bei Martmany zu Gast. Sie äußern sich sehr begeistert über das Projekt und Madre Mary zeigt es auch ausländischen Gästen.

 

 

Hausaufgaben

 

 

Probleme:

Manche Mütter helfen zu wenig mit oder kommen nicht, obwohl sie es versprochen haben.

Viele Oberschüler kommen nicht regelmäßig, junge Mädchen werden ungewollt schwanger, zum Glück seltener als früher, nicht alle unserer Schüler beenden die Oberschule mit vernünftigen Ergebnissen. Der Schulunterricht in Independencia ist schlecht, am Ende der Oberschule können und wissen die Schulabgänger sehr wenig. Für eine Ausbildung muss man bezahlen. Die Aufnahmeprüfungen an staatlichen Universitäten sind extrem schwierig, da es wenige Plätze für ganz viele Bewerber gibt. Man bereitet sich ein Jahr oder länger an einem Institut auf die Prüfung vor, das muss finanziert werden. Bis jetzt habe es nur 2 Schüler von uns auf eine staatliche Universität geschafft, sehr wenige sind auf einer privaten Universität, haben aber größte Probleme mit den Studiengebühren.

Am Museum

 

Anregungen von mir werden während meines Aufenthalts in Lima umgesetzt, wenn ich dann in Berlin bin, geht manches wieder verloren….

 In zu vielen Familien gibt es Gewalt, Alkoholprobleme, Desinteresse, verlassene Mütter und Kinder. Das Interesse an Bildung und Gesundheitsvorsorge fehlt häufig. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind nicht sehr ausgeprägt, das erschwert vieles. Die Armut ist oft bedrückend, sie verhindert Zukunftsperspektiven….

Wir müssen leider hohe Grundsteuern für das Haus bezahlen, da wir weder „Kirche“ noch „Schule“ sind. Auch dürfen die kleinen Kinder mit den Müttern nicht mehr im Obergeschoss spielen, sondern nur im Erdgeschoss (neue Verordnung). Der Dachspielplatz ist nun unten, die Spielgeräte gingen auf dem Dach kaputt. Auf dem Dach spielt man nun Ball oder kann z.B. auch tanzen.

Das Geld reicht nicht, um das zu tun, was man machen möchte und sollte, auch unsere Schulabgänger hoffen auf Unterstützung. Ich würde gern mehr Aktivitäten finanzieren, als es jetzt möglich ist.

Im letzten Jahr haben wir leider einige Paten verloren, der schwache  Euro ist auch ungünstig für die Finanzierung von Martmany.

 

Ein Problem ist auch die Zukunftssicherung von Martmany. Juana, die „Presidenta“ wird 80, ich werde auch nicht mehr jünger. Wer kann Martmany in der Zukunft übernehmen?

Mit Oberschülern übte ich im Ferienkurs etwas Englisch

 

Am 6. August 2015 bekam ich das Bundesverdienstkreuz für meine Arbeit für Martmany. Erst fand ich es nur schrecklich peinlich, nun kann ich mich sehr darüber freuen und auch stolz über die Ehrung sein.

 

Rückblick: In den über 25 Jahren, in denen ich nach Lima fliege, um Martmany zu betreuen, hat sich dort vieles verbessert.

Anfangs kam der Tanklastwagen mit Wasser an den Berg, die Mütter schleppten die Wassereimer nach Hause. Nun gibt es schon lange Strom, Wasser und meist auch Abwasser. Ehemalige Hütten sind heute gemauerte Häuser, kleine Häuschen mit Wellblechdach bekamen ein festes Dach und ein neues Stockwerk. Die Straße, an der das Haus liegt, ist gepflastert, hat Gehwege und einige Bäume. Viele Menschen, die ich kenne, haben ein Handy oder Telefon. Manche haben einen eigenen Computer. Ein Fernsehgerät besitzt wohl jede Familie bei Martmany. Die Mütter unserer Kinder sind keine Analphabeten mehr, höchstens noch einige Großmütter. Die Mehrzahl der Eltern hat die Schule abgeschlossen, das war früher anders. Unten an der Hauptstraße gibt es riesige Einkaufzentren, erreichbar per Bus. Es gibt dort auch den Metropolitano, einen Bus, der in einer eigenen Spur fährt und dadurch schneller ist, aber entsetzlich überfüllt, wie alle Busse. Viele Autos sind noch immer noch alt und kaputt, aber früher war es viel schlimmer. Allerdings ist der Verkehr durch Dauerstaus gekennzeichnet. Das touristische Zentrum von Lima ist jetzt viel sauberer und gepflegter als früher.

Ausflug ins Schwimmbad

 

Es gibt eine Krankenkasse, die zwar wenig hilft, da man auf Termine wochenlang warten muss und auch die Medizin selber bezahlt, aber früher gab es gar nichts.

Leider sind die Preise für Häuser und Wohnungen explodiert und nicht mehr bezahlbar. Vieles ist mir unverständlich, die meisten Menschen verdienen ganz wenig Geld, die Preise für Wohnen, Essen, Kommunikation, Verkehr usw. sind aber nicht billig, gute Bildung ist teuer….

Es gibt auch viele neue Armenviertel, aber in dem Teil von Lima - Independencia, den ich kenne, hat sich die Situation verbessert. Glücklicherweise haben auch die Kämpfe der Jugendbanden in der Nachbarschaft aufgehört.

 

Wer möchte uns unterstützen? Wir suchen Paten und Förderer.


 

Es ist tausendmal besser, auch nur eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen.

Schwimmen

 

 

Susanne Stiegert-Krumhauer

 

 

Kontonummer für Martmany:

Susanne Stiegert-Krumhauer   Commerzbank,   IBAN:  DE28 1008 0000 0408 7409 01

BIC : DRESDEFF100    (Sonderkonto Lima) 

Oder: Unterkonto der Gemeinde Heilig Geist für Martmany  Pax-Bank IBAN DE04 3706 0193 6001 9430 47

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